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Wir sind eine queerfeministische Liste – aus dringender Notwendigkeit heraus!

Wir sehen es in unserer Aufgabe, das Patriarchat, das sich durch alle Bereiche unserer Gesellschaft zieht, zu bekämpfen. Dass dies eine hochaktuelle Forderung ist, sehen wir in unserem Alltag, in medialen Debatten sowie in täglichen Kämpfen gegen sexistische Äußerungen, Einschüchterungsversuchen und Unsichtbarmachung von feministischen Positionen. So wurde vor nicht allzu langer Zeit die Debatte um den Alltagssexismus beispielsweise durch Projekte wie #aufschrei ans Licht der Öffentlichkeit geholt. Es gibt einen Grund, warum unser Vorschlag, ein #aufschreiHHU zu starten und zu bewerben sowie eine Awarenesstruktur aufzubauen, in der Vergangenheit auf so großen Widerstand gestoßen ist.

Was ist nun dieser Feminismus?

Zunächst gibt es nicht DEN Feminismus. Es gibt eine Vielzahl an feministischen Strömungen und jede setzt ihre eigenen Schwerpunkte. Zum Feminismus der Kitty Hooligans schreiben wir in den nächsten Absätzen. Wer nun schon nicht mehr weiterlesen möchte, weil Feminismus als unattraktiv, humorlos oder unzeitgemäß gilt, sollte seine Maßstäbe hinterfragen. Sicherlich erwiesen sich die anderen Listen bei der SP-Wahl HHU 2015 als umso unzeitgemäßer, da ihre Politik auf traditionellen und veralteten Werten beruht.

Feministische Politik ergibt sich für uns als Konsequenz aus der Überzeugung, dass alle Menschen gleichberechtigt sein sollten. Jedoch werden tagtäglich auf den Straßen dieser Stadt, in den Hörsälen unserer Unis und in jedem Teil der Welt Menschen unterdrückt und bedroht. Wir wollen uns nicht mit einer Welt zufrieden geben, in der beispielsweise Sexismus, Homophobie und Rassismus im Alltag als Kavaliersdelikte abgetan werden. Im gleichen Atemzug fordern wir direkt ein #schauhinHHU, damit es auch alle in der letzten Reihe erreicht:

Während sich einige immer noch fragen: Diskriminierung? Auf unserem Campus?

Sagen wir: Ja, und zwar jeden Tag! (Spoiler: die Uni ist keine von der Außenwelt abgeschottete Blase!)

Wir reden über Übergriffe auf SP-Partys, über Benachteiligung im Studium oder erschwerte Zugänge zu Bildung. Doch mit einer ermüdenden Regelmäßigkeit wird von uns verlangt, dass wir uns zur „Frauenquote“ äußern und uns wird vorgeworfen, einseitige Politik zu betreiben. Und zu allem Überfluss sollen wir denenjenigen die Missverhältnisse in unserer Gesellschaft erklären, die sie selbst produzieren.

Sicherlich könnten wir über die „Frauenquote“ diskutieren. Doch das reicht uns nicht! Es kann nicht das politische Ziel sein, Einzelfälle von starken Frauenrollen herauszugreifen und dabei das Ende der Ungleichheit zu proklamieren. Ebensowenig kann eine Quote die Ursache der sexistischen Verhältnisse bekämpfen. Beispielsweise sinkt die Zahl der Frauen*, je höher die Position auf der universitären Karriereleiter ist. Das Problem ist größer und unsere Forderungen müssen weiter reichen, beispielsweise sollten die Ausgangsbedingen für Alleinerziehenden, Bewerber*innen, die als erstes in ihrer Familie studieren, oder People of Color ausgeglichen werden. Die Sozialisation und die Normen und Werte jede*r einzelnen hat bedeutende Rolle in der Biographie und auf die Möglichkeiten und Zugänge der Partizipation. Für einige sind dies unbedeutende Eckdaten zu ansonsten als gleichförmig betrachteten Massen von Studierenden, wir begreifen diese Sachverhalte als potentielle unsichtbare Barrieren für Individuen in gesellschaftlich nicht priviligierten Situationen.

Wir sind der Auffassung, dass wir uns die Unterdrückungsmechanismen aufgrund von Herkunft, sozialem Geschlecht, sexueller Orientierung, Aussehen, körperlichem Zustand, Religion sowie deren intersektionale Wirkungsweisen als Teil des sozialen Gefüges begreifen müssen und auch nur so gezielt bekämpfen können. Eine Irrelevantmachung dieser Strukturen zeugt dabei meist von priviligierter Position und Unreflektiertheit. Dabei wollen wir selbst auch nicht vergessen, welche Privilegien und Voraussetzungen wir in eine solche Debatte hineinbringen. Dennoch ist es unser Anspruch, eine möglichst inklusive Hochschulpolitik zu gestalten.

Die falsche Auffassung, dass wir in dieser Gesellschaft schon alle gleich behandelt werden, spiegelt sich auch im Studium, im Umgang mit einander beispielsweise auf SP-Saal-Partys oder in der Repräsentation auf Podiumsdiskussionen, in Workshops etc wider. Es kann nicht sein, dass wir Übergriffe und herabwürdigende Sprüche auf einem Campus gefallen lassen müssen, an dem wir ein ebenso großes Partizipationsrecht haben wie alle anderen auch. Und noch fataler ist es, wenn es keine Ansprechperson gibt, die die Betroffenen in solchen Situationen unterstützt. In der Realität werden auch auf unserem Campus die übergriffig gewordenen geschützt und die Betroffenen zur Verantwortung gezogen. Diesen Zustand werden wir nicht akzeptieren!

Eine Forderung, die sich dadurch konsequent ableitet, ist die Stärkung und der Schutz der autonomen Referate im AStA. Jedoch sollten sich alle Teile des AStAs in der Aufgabe sehen, Diskriminierung und Ungleichheit abzubauen!

Zudem ist für uns eine Aufgabe des AStAs den Studierenden die Möglichkeit zu geben, gesellschaftliche Strukturen zu hinterfragen. Entscheidend dafür sind offene Veranstaltungen und Referate zum Thema Antidiskriminierung und Antifaschismus. Weitere hochschulpolitisch relevante Referate sehen wir ebenso als sinnvoll an, beispielweise zu Umweltpolitik, Awareness auf Fachschaftenpartys oder zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Studierende.

Wir können die Verhältnisse verändern, aber nur gemeinsam!

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