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Was ist hier los? – Unser Manifest

Wir sind die Kitty Hooligans, eine parteiunabhängige, pro-feministische, anti-rassistische, anti-sexistische und anti-faschistische Liste. Wir treten zur SP-Wahl an der HHU an, um die Interessen der Studierenden umzusetzen. Wir verstehen uns als Zusammenschluss unabhängiger Studierender, die politisch mitwirken und sich für eine solidarische Studierendenschaft und ein diskriminierungsfreies Studium einsetzen möchten. Wir sind offen für alle Interessierten und streben eine hierarchiefreie und konsensorientierte Arbeit an.

Politisch und kulturell engagieren wir uns sowohl innerhalb der Strukturen der Hochschulpolitik als auch darüber hinaus z.B. durch Infoveranstaltungen, Filmabende und Protestaktionen. Wir treten bereits zum vierten Mal bei der Wahl an, im letzten Jahr haben wir trotz widriger Umstände zwei Stellen im AStA-Vorstand, mehrere Referatsposten und eine Stelle im SP-Präsidium besetzt. In dieser Zeit haben wir so viele unsere Forderungen wie möglich umgesetzt, um die Situation der Studierenden langfristig zu verbessern. Wir haben u.a. das Festival contre le racisme und den CSD aktiv unterstützt, den veganen Brunch so wie das Foodsharing im SP-Saal eingeführt, die Referatsstelle fürs Campus Kino und für Theater und Literatur etabliert und in der Verhandlung mit der Rheinbahn Verbesserungen in der Anbindung an die Uni erreicht (z.B. U79 fährt länger und am Wochenende).

Es ist notwendig, dass Studierende aktiv das Studium und den Campusalltag mitgestalten, wir richten uns gegen jede Bestrebungen des Rektorats, des Hochschulrats und der Landesregierung die Autonomie der Studierenden immer weiter einzuschränken und die politische Macht den Studierenden abzusprechen – holen wir uns die Autonomie zurück! Ebenso sollten Studierende nicht der Willkür einzelner Dozierender ausgesetzt sein, sondern eine adäquate Vertretung haben, wenn es um ihre Bildung und persönliche Zukunft geht! Wir fordern aktive Mitbestimmung für Studierende und eine Studierendenschaft, die nicht nur maunzt sondern auch kratzt!

Außerdem richten wir uns aktiv gegen reaktionäre und konservative Ideologien innerhalb der studentischen Hochschulpolitik, welche lediglich die Interessen privilegierter Studierender vertreten.

Die verfasste Studierendenschaft ist der politische Zusammenschluss aller Studierenden und wir wenden uns gegen jede politische Gesinnung, die einzelne studentische Gruppen aktiv diskriminiert und ausschließt oder passiv diesen Ausschluss zulässt. Dies ist auch ein gesamt-gesellschaftliches Problem. Von Anfang an haben wir uns deshalb gegen die rassistische Hetze der Pegida- und Dügida-Bewegung eingesetzt. Das Aufkommen einer solchen rassistischen Bewegung ist ein Problem, dass nicht vom Studierendenalltag losgelöst ist, erst recht nicht für die Studierenden, die von rassistischer Gewalt betroffen sind. Wir fordern, dass Rassismus erkannt und bekämpft wird statt ihn immer wieder aufs Neue kleinzureden!

Sexistische und homophobe Aggressionen am Campus und überall sonst sind nicht zu tolerieren. Ein wichtiges Thema ist dabei die ‚Awareness‘ gegenüber dieser Gewalt auf Fachschafts-Partys und anderen Veranstaltungen. Das Übergriffe auf Partys alltägliche Realität sind, ist ein Problem an dem alle gemeinsam arbeiten müssen. – Alltagssexismus sichtbar machen – Gegenstrategien entwickeln – Patriarchat zerschlagen! Wir geben uns nicht mit Ausflüchten zufrieden, „dass das ja überall passieren würde und mensch da nichts tun könnte.“

Wir fordern Partys auf denen sich alle wohl und sicher fühlen!

Die Kitty Hooligans sind eine queer-feministische Liste d.h. wir sind der Überzeugung, dass Geschlecht eine gesellschaftlich geformte Kategorie und keine „natürliche“ Gegebenheit ist. Das vorherrschende 2-Geschlechter-System mit allen seinen Zuschreibungen möchten wir überwinden. Wir richten uns gegen konservative Rollenbilder von schwachen, emotionalen, „hysterischen“ Frauen und lauten, toughen Männern, die nur weinen wenn ihr Fußballverein absteigt.

Es gibt viele Geschlechteridentitäten und jede Person stollte die eigene Geschlechtsidendität frei wählen können! Darüberhinaus befürworten wir auch das Sichtbarmachen von unterschiedlichen biologischen Geschlechtern – es gibt nicht nur XX und XY Chromosomenkombinationen. Wir verurteilen die Zwänge, denen Menschen ausgesetzt sind, die nicht dieser gesellschaftlich konstruierten Dualität von zwei perfekt gegensätzlichen Körpern entsprechen. Wir fordern queere Zustände auf dem Campus und überall sowie die Unterstützung von Menschen die sich nicht der Geschlechternorm unterwerfen wollen oder können! Gerade deswegen fordern wir eine Sichtbarmachung aller Identitäten in der Sprache – mit dem Wort ‚Studenten‘ können nie alle gemeint sein.

Wir wollen, dass studieren für alle möglich ist und bleibt und nicht noch mehr zum exklusiven Privileg für Kinder reicher Eltern wird. Arbeiten neben dem Studium muss möglich sein und sich auch lohnen. Wir sind für die Umsetzung und Einhaltung von Mindestlohn und bezahlten Praktika. Wir sehen den Campus als einen der öffentlichen Orte an, an dem kritisches und innovatives Wissen generiert und verbreitet werden kann, doch wissenschaftlicher Nachwuchs muss tatsächlich besser gefördert werden (nicht nur inhaltlich sondern auch in Bezug auf die ‚Karrierebedingungen‘). Wir brauchen nicht nur mehr Solidarität unter einander, sondern z.B. auch vollwertige Personalvertretungen. Prekäre Arbeitsverhältnisse müssen aufhören – auch am Campus!

Wir haben im letzten Jahr einige Veranstaltungen zu politischen Themen unterstützt z.B. die Aufarbeitung des Wehrhahn-Bombenanschlags und die Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz.

Für uns ist es wichtig, dass diese Ereignisse in Erinnerung bleiben und nicht durch neue deutsche Nationalmärchen ersetzt werden. Faschistisches Gedankengut darf in dieser Gesellschaft nie wieder salonfähig sein! Wir fordern den Kampf gegen eine Politik des Vergessens und Verdrängens faschistischer Gewalt!

Wir glauben, dass die, die von Diskriminierung betroffen sind, am besten wissen, was die Probleme sind und wie wir gemeinsam dagegen vorgehen können. Wir unterstützen daher die Arbeit des Frauenreferats, LesBi-Referats, Schwulenreferats, Referat für internationale Studierende und Referat für Barrierefreiheit! Wir fordern den bedingungslosen Erhalt der Autonomie dieser Referate! Wir fordern ein gender-queer Referat, damit alle Menschen die strukturell diskriminiert sind eine Anlaufstelle haben!

Wir haben über 30.000 Studierende an unserem Campus, wenn sich mehr von euch politisch engagieren würden, könnten wir ein nicht zu unterschätzendes Gegengewicht zur Institution aber auch zu Landespolitik etc. bilden. Wir dürfen uns nicht mit weniger zufrieden geben als wir erreichen können. Erobern wir uns den Campus zurück!

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